Geschichte

Pfarrer Ludwig Uppenkamp, der seit 1861 Pfarrer der Katholischen Kirchengemeinde St. Johannes Nepomuk, Burgsteinfurt war, errichtete anlässlich seines goldenen Priesterjubiläums im Jahr 1903 eine Stiftung. Der Grundstock der Stifung bestand aus Teilen seines Privatvermögens sowie Spenden von Mitgliedern der Gemeinde. Stiftungszweck war, den Jugend- und Standesvereinen der Katholischen Gemeinde Burgsteinfurt sowie ihren caritativen Einrichtungen eine Heimstätte zu geben.

uppenkamp

Zunächst vom Josefsverein betrieben, wurde das Gebäude schon bald nach seiner Errichtung wie ein Kolpinghaus geführt. Neben kirchlichen Aktivitäten der Vereine wurden dort insbesondere für Handwerksgesellen preiswerte Unterkünfte angeboten.

lh1903

Während der Zeit der NS-Herrschaft musste die Nutzung des Ludwigshauses als Gemeindezentrum eingestellt werden. Das Haus wurde zu Bürozwecken und auch als Lazarett genutzt. Der Saal diente als Lagerraum.

Im März 1945 brannte das Ludwigshaus nach einem Bombenangriff vollständig aus. Bereits 1949 konnten zunächst das Gebäude und 1954 der Saal wieder aufgebaut werden. Fortan diente das Ludwigshaus als Heimstätte den Jugendgruppen, dem Gesellen- und Arbeiterverein sowie den Pfadfindern. 1972 wurde im Souterrain unter dem Saal die Jugendeinrichtung „Die Kiste“ in der Trägerschaft der Pfarrgemeinde eingerichtet.

1985 endete die Betreuung durch die Stiftung und das Vermögen ging auf die Katholische Kirchengemeinde über. Einige Zeit später wurde unter der Regie von Dechant Josef Alfers das Gebäude mit erheblichem Aufwand grundlegend saniert und modernisiert. Diese Arbeiten wurden 2002 abgeschlossen. Die Nutzung des Ludwigshauses wurde über den engen Bereich kirchlicher Aktivitäten hinaus jetzt auch auf Veranstaltungs- und Konferenzräume, Gruppenräume für Vereine und zahlreiche kulturelle Begegnungen ausgeweitet.

Als sich ab 2008 abzeichnete, dass ein großes Haus von der Kirchengemeinde nicht mehr getragen werden konnte, wurden zunächst die Aktivitäten reduziert, bevor der Kirchenvorstand beschloss, das Haus ganz aufzugeben. Das Ludwigshaus wurde schließlich 2013 an einen Träger verkauft und wird seitdem von der Ludwigshaus GmbH verwaltet. Lediglich die Jugendeinrichtung „Die Kiste“ hat ihre Heimat im Ludwigshaus behalten und wird in Zusammenarbeit mit der Stadt Steinfurt wie bisher von der Pfarrgemeinde als Trägerin weitergeführt.

Das Ludwigshaus behält seinen traditionellen Namen, wird aber als zentrale Versammlungs- und Begegnungsstätte für vielfältige Anlässe allen Bürgern und Institutionen der Stadt und des Umlandes zur Nutzung angeboten.